Saugen & Bügeln - Frauen- oder Männersache?

War der Haushalt früher fest in Frauenhand, ist das heute längst nicht mehr so festgelegt. Es gibt inzwischen auch zahlreiche Hausmänner, die sogar in Elternzeit gehen und ihre Kinder betreuen. Sie können mit dem Herd umgehen und auch mit Staubsauger und dem Bügeleisen. Doch trotz allem besagen Studien, dass die Frauen im Haushalt noch immer deutlich mehr tun. Dies ist nicht nur in Deutschland so, sondern rund um die Welt. Wird Arbeit nicht bezahlt, ist sie fest in Frauenhand. Wenn die Herren im Haushaltsbereich ins Geschehen eingreifen, tun sie dies am liebsten bei Umbauten und Reparaturen. Eine Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vom Frühling 2011 belegt die Tendenz, dass unbezahlte Arbeit noch immer eher Frauensache ist. Die Studie zeigt auf, dass jeder deutsche Durchschnittsbürger durchschnittlich 3,6 Stunden am Tag arbeitet, ohne ein Entgelt dafür zu erhalten. Dabei fällt auf, dass Frauen deutlich länger Staubsauger, Bügeleisen und Kochlöffel schwingen. Sie arbeiten 100 Minuten mehr als es Männer tun. Im weltweiten Vergleich liegt der Schnitt sogar bei fast 150 Minuten.

Dass dies so ist, liegt hauptsächlich daran, dass Deutschland einen großen Anteil an Frauen besitzt, die in Teilzeit arbeiten gehen. Dieser liegt bei 40 % und damit wesentlich höher als in anderen Ländern. In den Ländern, in denen Frauen eher in Vollzeit arbeiten, sind auch Männer eher bereit, Staubsauger und Bügeleisen in die Hand zu nehmen, zu kochen und zu putzen. Viele Frauen übernehmen hierzulande auch komplett die Betreuung von Kindern und Angehörigen und scheiden ganz aus dem Erwerbsleben aus. Dann übernehmen sie Staubsauger und Bügeleisen. Männer beschäftigen sich im Rahmen von entgeltfreien Tätigkeiten eher mit Reparaturen und anderen handwerklichen Tätigkeiten. Die OECD Studie zeigt auch, dass die doppelte Zahl von Frauen kocht und die dreifache Menge putzt.

Die OECD ließ verlauten, dass unbezahlte Arbeit nicht genügend berücksichtigt wird, wenn der gesellschaftliche Wohlstand bemessen wird. Das liegt daran, dass sie nicht zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gerechnet wird. Würde unbezahlte Arbeit dort mit zugrunde gelegt, würde sich nach Schätzungen das Bruttoinlandsprodukt eines Durchschnittslandes, das zur OECD gehört, um 30 bis 50 Prozent, je nach dem angenommenen Stundenlohn, erhöhen.